Geflüchtete in Deutschland

Tea e. V. hat Ende 2013 angefangen Projekte mit Geflüchteten in Deutschland durchzuführen. So viele Menschen fliehen aus ihrer Heimat nach Deutschland. Aber wenn sie es geschafft haben, ist ihre Not noch lange nicht vorbei. Dinge wie entlegene Unterkünfte, Residenzpflicht, Repressionen oder Vorurteile umgeben sie hier wie eine unsichtbare Grenze und schotten sie von ihrer Umwelt ab. Es entspricht dem Gedanken von tea e. V., wenn wir Menschen mit eingeschränktem Zugang zu Bildung, auch in Deutschland, unsere Sprache und Kultur näher bringen. Die Geflüchteten verbessern bei solchen Projekten wie beiläufig ihre Deutschkenntnisse, begegnen der ‚neuen’ Kultur und kommen mit Menschen ihrer Umgebung in Kontakt. Aber eigentlich sind wir die, die in dieser Begegnung am meisten lernen, darüber wie es ist, seine Heimat zu verlieren und in einer ganz unbekannten Welt ein neues Leben zu beginnen. Sie fühlen sich hier willkommen und angenommen.

Altstadtfest Ansbach

Tea e.V. gestaltete auf dem Ansbacher Altstadtfest inzwischen drei Mal in Kooperation mit den Jesus Freaks den Nennichs-Hof. Bei Musik und Getränken der Jesus Freaks boten wir pakistanisches, syrisches oder afghanisches Essen an. Bei den Aktionen hatten wir Hilfe von Geflüchteten unterschiedlichster Nationalitäten aus verschiedenen Unterkünften in Ansbach. Sie opferten Ferientage und Wochenende und standen den ganzen Tag mit uns in der Küche und an der Friteuse. Sie hatten große Freude daran, Essen aus ihren Heimatländern für das Ansbacher Publikum zuzubereiten. Ganz nebenbei engagierten sie sich für benachteiligte Kinder in Pakistan, denn der Erlös des Essensverkaufs ging größtenteils an die LCS. Es war für die Geflüchteten eine tolle Erfahrung, sich einzubringen und auf so viel Begeisterung über ihre kulinarischen Traditionen zu stoßen. Um den Kontakt zu intensivieren, und die Freiwilligen für ihr Engagement zu ‘belohnen’ machten tea-Mitarbeiter_innen und Geflüchtete gemeinsam Ausflüge. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es eine tolle Möglichkeit ist, Geflüchtete zu integrieren, indem man sie selbst an Ehrenämtern teilhaben lässt. Diese Art von Projekten wollen wir vor allem weiter verfolgen.

Theaterprojekt 2014

In den Sommerferien 2014 haben wir unser erstes großes Projekt gemeinsam mit den Bewohner_innen der Asylbewerberunterkunft in Obereichenbach bei Ansbach gestaltet. Unter der Leitung von Theaterpädagogin Nicole Stehli und tea-Vorstand Isabell Tröger haben Geflüchtete ein Theaterstück entwickelt. Das bedeutete eine Woche intensive Arbeit bis zur Aufführung auf dem Sommerfest der Unterkunft. Die vielen interessierten Besucher_innen aus der Nachbarschaft und weiteren Umgebung konnten die Geschichte einer Flucht aus Afghanistan nach Deutschland miterleben. Sie wurden von den Schauspieler_innen zu verschiedenen Stationen auf dem Grundstück geführt: Sie mussten sich durchs Gebüsch kämpfen und über das ‚Mittelmeer’ in einem engen Schiff aus Pappe nach ‚Europa’ übersetzen. Für das letzte Stück Fahrt nach ‚Deutschland’ mussten so viele wie möglich in ein Auto ‚gequetscht’ werden. Die Teilnehmer_innen des Projekts aus unterschiedlichsten Ländern lernen sich dabei auch gegenseitig besser kennen und oft haben sie als einzige gemeinsame Sprache nur Deutsch. Mit dem Erarbeiten einer solchen ‚Story’ fangen manche an ihre eigenen traumatischen Erlebnisse auf der Flucht zu verarbeiten. Und die Zuschauer_innen lernen viel über die Menschen, die in ihrer nächsten Nähe leben und von denen sie oft sehr wenig wissen (wollen). All das entspricht dem ‚Bildung für alle’-Gedanken von Tea ganz besonders, weil wir glauben, dass kreativer Ausdruck und interkultureller Austausch, also das Erweitern der eigenen Horizonte durch die Begegnung mit anderen Lebenswelten, sehr wichtig für ein selbstbestimmtes Leben sind.

Sommerfest Obereichenbach FLyer Fertig