Willkommen bei Taleem e ama e.V.

Unser Name bedeutet “Bildung für Jede/n” in der pakistanischen Sprache Urdu.

Bildung ist ein Menschenrecht. Doch aufgrund verschiedenster Hindernisse, ist sie nicht weltweit für alle zugänglich. Wir möchten Menschen helfen Zugang zu der Ausbildung zu bekommen, die sie sich wünschen und sie ohne Ansehen ihres zufälligen Geburtsortes, Geschlechts, Aussehens oder Religionszugehörigkeit unterstützen, wenn sie bedürftig sind.

Unsere Arbeit begann mit der Vermittlung von Patenschaften. Eines unserer Gründungsmitglieder hat bei ihrem Aufenthalt in Pakistan festgestellt, dass dieses Mittel eines der effektivsten wäre, um benachteiligten Menschen in ärmeren Ländern Solidarität zu zeigen. Deshalb haben wir tea e. V. ins Leben gerufen. Wir arbeiten bisher mit einer kleinen Schule in Pakistan zusammen, in der Kinder religiöser Minderheiten unterrichtet werden.

Inzwischen umfasst unsere Tätigkeit auch integrative Projekte mit Geflüchteten in Deutschland. Hier gibt es zwar ein relativ gerechtes Bildungssystem, aber an diesem können Geflüchtete aufgrund von bürokratischen Hürden, mangelnden Sprachkenntnissen und -kursen nicht so leicht teilhaben. Wir als Tea-Mitglieder können hier ganz praktisch beim Sprachelernen helfen und zeigen, dass es in Deutschland nicht nur Vorurteile gibt, sondern auch Menschen, die andere Kulturen schätzen und mehr über sie lernen wollen.

Pressemitteilung Bassam A. zur Gerichtsverhandlung

Wir haben vor Kurzem über einen Geflüchteten berichtet, der nach Bulgarien abgeschoben werden soll. Bassam A. betrat in Bulgarien das erste Mal europäischen Boden. Im Jahr 2013 floh er aus Syrien vor politischer Verfolgung. Er war Regierungsgegner und beteiligte sich an den Demonstrationen für mehr Demokratie und einen Regierungswechsel in Syrien. Er weigerte sich der Armee beizutreten und Werkzeug der umstrittenen Regierung zu sein. Er musste fliehen. Leider wusste er zu diesem Zeitpunkt noch nichts über die Dublin-Verordnung der EU und die sehr unterschiedlichen Verhältnisse für Geflüchtete in den einzelnen Mitgliedsstaaten. So kam er zufällig nach Bulgarien. Von Anfang an bekam er die flüchtlingsfeindliche Stimmung dort zu spüren. Sofort wurde er mit Leidensgenossen inhaftiert. Nach Registration und Zwang einen Asylantrag in Bulgarin zu stellen wurde er schließlich weiter in ein Flüchtlingscamp umgesiedelt. Welche keinesfalls mit Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber_innen in Deutschland vergleichbar sind. Seine Erfahrungen dort reichen unter anderem von Überbelegung, mangelnder Hygiene, fehlender ärztlichen Versorgung bis zu festen Schließungszeiten am Abend und Öffnungszeiten am Morgen. Trotzdem versuchte er sich mit auf der Flucht gewonnen Freunden ein Leben aufzubauen, was ihm nicht gelang. Eine Wohnung teilte er sich mit seiner Freundesgruppe. Sie waren rassistischen Angriffen aus der Nachbarschaft ausgesetzt. Einen Sprachkurs, sowie Arbeit konnte er nicht finden. Wenn er auf der Straße unterwegs war, wurde er manchmal verfolgt und einige seiner Freunde sogar verprügelt. Er und seine Freunde beschlossen ihr Glück in anderen europäischen Ländern zu versuchen. Beim ersten Versuch in Deutschland wurde er sofort zurückgeschickt, beim zweiten Mal durfte er einen Asylantrag stellen. Seit 2014 wartet er nun auf einen Entscheid. Er integrierte sich vorbildlich trotz vieler Hürden aufgrund seiner schlechten Bleibeperspektive. Er lernte Deutsch, gewann sehr viele einheimische Freund_innen, engagierte sich nach Verweigerung der Arbeitserlaubnis ehrenamtlich bei tea e.V. und als Fahrdienstbegleiter beim Bayerischen Roten Kreuz in Ansbach. Vor Gericht hatte er mehrere Gründe vorgelegt, weshalb er nicht nach Bulgarien zurückgehen kann. Immer wieder musste er seine Geschichte erzählen, aufschreiben, wurde ausgefragt. Er spricht ungern von seinen Erlebnissen in Bulgarien. Als sein Asylantrag schließlich im Mai 2017 abgelehnt wurde bekam er Panik. Er weiß nicht, was ihm dort bevorsteht. Die Angst vor einer Rückkehr nach Bulgarien ist ihm klar anzusehen. Keiner weiß welche Konsequenzen sein 2016 abgelaufener Subsidiärer Schutz haben wird. Wird er nach Syrien zurückgeschoben, weil er Bulgarien verlassen hatte? Er versteht nicht, warum Manschen die Schutz suchen, diesen nicht bekommen. Andere Bundesländer verweigern eine Abschiebung nach Bulgarien. Trotz seiner Klage gegen den Bescheid vom Mai, wurde ihm eine vorübergehende Duldung nicht gewährt. Er soll weiterhin abgeschoben werden. Die Polizei suchte in seiner Unterkunft nach ihm. Er floh wieder. Doch hofft er, dass das Gericht seinen Argumenten nun endlich Glauben schenkt und ihm ein würdevolles Leben, wie im Artikel 1 des Grundgesetzes verankert, zugesteht. „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlicher Gewalt.“ So sein Anwalt in der Gerichtsverhandlung am 3.11.2017. Weiter sagt er: „Nicht nur die Würde ,Deutscher’ sei unantastbar, sondern die Würde eines jeden Menschen!“ Dies solle sich das Gericht bei seiner Entscheidung vor Augen führen. Am Montag, den 6. November 2017, wird die Entscheidung voraussichtlich mitgeteilt.
Seine Freund_innen demonstrierten am Freitag, den 3. November 2017 am Schlossplatz, vor dem Verwaltungsgericht für seine Bleiberecht. Sie wohnten der Gerichtsverhandlung bei und zeigten so ihr Interesse und ihr Verständnis von Gerechtigkeit. Zahlreiche Berichte bestätigen, dass die Situation für arabische Geflüchtete in Bulgarien nicht menschenwürdig ist. Kein Mensch sollte jemals illegal sein!

Du bist ehrenamtlich mit Geflüchteten unterwegs?

Am 19.10.2017 startet in Ansbach eine Schulung für Ehrenamtliche in der Geflüchtetenhilfe, schau doch vorbei!
Wir beschäftigen uns mit Integration, Kultur, Vorurteilen, Grenzen und vielem mehr. Unser Ziel ist es Anstöße zum weiterdenken und weitererzählen zu geben.
Wir sind eine Projektgruppe der TH Georg Simon Ohm in Nürnberg im Studienfach Soziale Arbeit
Mehr Infos findes du hier:
SPEB-Flyer-20170913-FINALSPEB-Flyer-20170913-FINAL2

SPEB-Flyer-20170913-FINAL
Und auf Facebook

Demo: Bleiberecht für Bassam und integrierte Geflüchtete!

Diesen Samstag, den 19. August demonstrieren wir für Bassams Bleiberecht und für das Bleiberecht aller integrierten Flüchtlinge!
Treffpunkt: 17:00 Uhr, An der Riviera, Ansbach.
20900800_165970997304625_1633220863263520356_o

Wir fordern:

– Bleiberecht für Bassam Antakly aus Syrien!
– Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Deutscher Bundestag: Nutzen Sie im Bezug auf die Dublin-Verordnungen solidarisch das Selbsteintrittsrecht Deutschlands gegenüber ‚ärmeren‘ EU-Ländern, wie Bulgarien!
– Gegen Abschiebungen von Integrierten Menschen!
– Gegen Abschiebungen nach Bulgarien!
Kommt alle! Je mehr teilnehmen, desto mehr Aufmerksamkeit bekommen wir in den Medien!

Mitbringen:

– Presse und Freund_innen einladen!
– Lärm-Instrumente (Trillerpfeifen, Töpfe, Kochlöffel, Trommeln usw.)
– Plakate, Banner, Schilder mit den oben genannten Forderungen (weitere mögliche Parolen: Solidarität mit Bassam!, Bassam soll bleiben!, Refugees Welcome!, Kein Mensch ist illegal!)
– Tragbare Musikbox

Was?

– Bei Passant_innen Unterschriften für unsere Petition sammeln
– An der Riviera werden wir ab 17:00 Uhr ca. alle 15 Minuten einen Flashmob machen, bei dem sich eine Gruppe unterhält und plötzlich ziehen zwei bis drei Leute eine Person weg und schleppen sie/ihn um die Ecke. Die Gruppe weiß nicht, wie ihr geschieht.
– Bitte ALLE MITACHEN, die da sind!! Wenn jemand schauspielerisch begabt ist, kann er/sie gern Tipps geben und natürlich MITMACHEN!!
– Um 18:30 Uhr startet der Demonstrationszug Richtung Bahnhof.
Facebook-Veranstaltung: http://wck.me/11TR

Neuigkeiten aus Sukkur

Gerade waren Mitglieder von unserem Kooperationspartner Lifeline e.V. in Pakistan und haben gute Neuigkeiten mitgebracht. Die Schule in Sukkur ist nach eineinhalb Jahren bürokratischem Papierkrieg offiziell vom Innenministerium in Islamabad registriert worden.

Der medizinischen Leiter von Lifeline e.V. Dr. Yousaf (rechts) freut sich mit Schulleiter Igbal Jawed (links)