Flüchtlingsarbeit

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Tea e. V. hat Ende 2013 angefangen Projekte mit Flüchtlingen in Deutschland zu planen. So viele Menschen fliehen aus ihrer Heimat nach Deutschland. Aber wenn sie es geschafft haben, ist ihre Not noch lange nicht vorbei. Dinge wie entlegene Unterkünfte, Residenzplicht, Repressionen oder Vorurteile umgeben sie hier wie eine unsichtbare Grenze und schotten sie von ihrer Umwelt ab. In Deutschland gibt es zwar ein relativ gerechtes Bildungssystem, aber an diesem können Geflüchtete aufgrund von bürokratischen Hürden, mangelnden Sprachkenntnissen und -kursen nicht so leicht teilhaben. Wir als Tea-Mitglieder können hier ganz praktisch beim Sprachelernen helfen und zeigen, dass es in Deutschland nicht nur Vorurteile gibt, sondern auch Menschen, die andere Kulturen schätzen und mehr über sie lernen wollen. Es entspricht dem Gedanken von Tea e. V., wenn wir Menschen mit eingeschränktem Zugang zu Bildung, auch in Deutschland, unsere Sprache und Kultur näher bringen. Aber eigentlich sind wir die, die in dieser Begegnung am meisten lernen, darüber wie es ist, seine Heimat zu verlieren und in einer ganz unbekannten Welt ein neues Leben zu beginnen. Darüber wie selbstverständlich uns manche Dinge erscheinen, die eigentlich ziemlich absurd sind, zum Beispiel, dass wir für Autos Häuser bauen. Oder darüber wie man Reis wirklich lecker zubereitet und nicht als langweilige Beilage. Wir sind dankbar dafür, dass Menschen, die in diesem Staat eigentlich Schutz suchen, uns Vertrauen entgegen bringen. Inzwischen können wir vielen bei Ämter- oder Arztbesuchen in der Bürokratie unseres zufälligen Heimatlandes weiterhelfen.
In den Sommerferien 2014 haben wir unser erstes großes Projekt gemeinsam mit den Bewohner_innen der Asylbewerberunterkunft in Obereichenbach bei Ansbach gestartet. Unter der Leitung von Theaterpädagogin Nicole Stehli und Tea-Vorstand Isabell Tröger haben Flüchtlinge ein Theaterstück entwickelt. Das bedeutete eine Woche intensive Arbeit bis zur Aufführung auf dem Sommerfest der Unterkunft. Die vielen interessierten Besucher_innen aus der Nachbarschaft und weiteren Umgebung konnten die Geschichte einer Flucht aus Afghanistan nach Deutschland miterleben. Sie wurden von den Schauspieler_innen zu verschiedenen Stationen auf dem Grundstück geführt: Sie mussten sich durchs Gebüsch kämpfen und über das ‚Mittelmeer’ in einem engen Schiff aus Pappe nach ‚Europa’ übersetzen. Für das letzte Stück Fahrt nach ‚Deutschland’ mussten so viele wie möglich in ein Auto ‚gequetscht’ werden.
Die Teilnehmer_innen des Projekts aus unterschiedlichsten Ländern lernen sich dabei auch gegenseitig besser kennen und oft haben sie als einzige gemeinsame Sprache nur Deutsch. Mit dem Erarbeiten einer solchen ‚Story’ fangen manche an ihre eigenen traumatischen Erlebnisse auf der Flucht zu verarbeiten. Und die Zuschauer_innen lernen viel über die Menschen, die in ihrer nächsten Nähe leben und von denen sie oft sehr wenig wissen (wollen). All das entspricht dem ‚Bildung für alle’-Gedanken von Tea ganz besonders, weil wir glauben, dass kreativer Ausdruck und interkultureller Austausch, also das Erweitern der eigenen Horizonte durch die Begegnung mit anderen Lebenswelten, sehr wichtig für ein selbstbestimmtes Leben sind. Erst im Vergleich mit anderen Kulturen, bemerken wir die Grenzen und Zwänge, die uns unsere eigene vorgibt: Warum essen wir mit Besteck, obwohl es mit Stäbchen viel mehr Spaß macht? Warum lackieren sich in Deutschland die Frauen die Fingernägel und in Indien die Männer? Warum halten Jungs in Pakistan mit ihren besten Kumpels Händchen und warum trauen sich das die Jungs in Deutschland nicht? Warum tragen wir Ringe, um zu zeigen, dass wir verheiratet sind und keine Fußkettchen? … In einem solchen Vergleich können wir erst die positiven, aber auch die widersinnigen oder sogar diskriminierenden Selbstverständlichkeiten in unserem Alltag bemerken. Die Flüchtlinge verbessern bei solchen Projekten wie beiläufig ihre Deutschkenntnisse, begegnen der ‚neuen’ Kultur und kommen mit Menschen ihrer Umgebung in Kontakt. Sie fühlen sich hier willkommen und angenommen. Damit können wir ihnen helfen, auch im deutschen Bildungssystem immer besser zurecht zu kommen. Außerdem ist es uns wichtig den Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, Religion etc. Liebe und Respekt entgegen zu bringen, ihre Vorlieben und Probleme oder Konflikte wahrzunehmen und zu versuchen die verschiedenen Kulturen miteinander positiv in Kontakt zu bringen. Deshalb wird Tea e. V. sich in Zukunft weiterhin dafür engagieren, dass Flüchtlinge in Deutschland leichter ein neues Leben beginnen können.

Im August führten wir ein Theaterprojekt mit Flüchtlingen in Deutschland durch.  Dabei arbeiteten wir mit der Theaterpädagogin Nicole Stehli aus Zürich zusammen. Sie ist Initiantin und Projektleiterin der „Schrägen Vögel“, eines Theaterprojekts für Menschen am Rande der Gesellschaft.

Das Sommerfest mit Aufführung fand am Samstag, den 23. August ab 14 Uhr in Obereichenbach statt.

Sommerfest Obereichenbach FLyer Fertig